F e r n w e h-Pur- Reportage

Unterwegs in West Kanada:

Entscheidungshilfe zur Urlaubsplanung

Mit dem PKW
Mit dem Wohnmobil/ Camper
Einwegmiete in der Weite Kanadas
Preis-Vergleich PKW/ Wohnmobil
- Mit PKW/ Bed & Breakfast
- Wagenmiete
- Benzinkosten
- Übernachtung
- Mahlzeiten
- Mit dem Camper/ Wohnmobil
- Wohnmobilmiete
- Benzinkosten
- Übernachtung
- Mahlzeiten
- Kostenvergleich (ohne Flug)
Was hat man beim Campen?
Was hat man nicht beim Campen?
Was hat man auf dem Campingplatz zu erwarten?
Was macht Campen in Kanada aus?
Fazit

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Unterwegs in West Kanada:

Entscheidungshilfe zur Urlaubsplanung

Mit dem Wohnmobil oder dem PKW durch den Westen Kanadas? In den Vorüberlegungen zu einer Reise durch das westliche Kanada mag sich manchem diese entscheidende Frage stellen. Tatsächlich ist es möglich, die kanadischen Provinzen British Columbia und Alberta sowohl mit dem gemieteten PKW zu bereisen, als auch mit einem Wohnmobil der zahlreichen Vermieter die Weite des Landes - im wahrsten Sinne des Wortes - zu erfahren. Natürlich muss man dabei immer im Auge behalten, welche Möglichkeiten der Reisegestaltung sich bieten und womit man – je nach Reiseart – finanziell rechnen muss. Denn unterschiedliche Reisearten sind es bestimmt.

Mit dem PKW

Über verschiedene Reiseagenturen oder auch im Internet lassen sich eine Vielzahl von Fahrzeugtypen buchen, die den unterschiedlichsten Anforderungen gerecht werden. So gibt es für diejenigen, die das Land per PKW erkunden wollen, die klassischen Autovermieter wie „Alamo“ oder „Sixt/Budget“. Daneben bieten aber auch lokale Anbieter mit vielleicht persönlicherem Service einen großen Fuhrpark mit den unterschiedlichsten Auto-Kategorien vom japanischen Kleinwagen bis zum amerikanischen Allrad-Jeep an. Die Tagespreise liegen zwischen 45,- CAN-$ und 75,- CAN-$, wobei man möglicherweise einen erweiterten Versicherungsschutz noch einrechnen muss. Grundsätzlich sind die kanadischen Straßen mit allen Fahrzeugen gut befahrbar.

In Kanada gibt es eine große Auswahl an Unterkunftsmöglichkeiten. Von einfachen Cabins/ Lodges über Motels und Bed & Breakfast bis zum Luxushotel wird eigentlich alles angeboten. Einen guten Einblick in Land und Leute bieten die sogenannten B&B-Unterkünfte. Dort findet man schnell Kontakt zu Einheimischen und genießt darüber hinaus guten Komfort sowie ein gesundes Preis-/ Leistungsverhältnis. Bed & Breakfast sind über weite Landesteile verstreut und sind in ihren Preisen recht unterschiedlich (je nach Lage und Ausstattung). B&B-Verzeichnisse gibt es bei den Tourismus-Zentralen.

Mit dem Wohnmobil/ Camper [Tipps und Infos]

Die zur Auswahl stehenden Wohnmobil-Kategorien sind bei nahezu allen Vermietern gleich. So erstreckt sich das Angebot vom „8‘ Truck-Camper“ über den „Van Conversion“ bis zu den eigentlichen „Motorhomes“, die es in Größen von 19 bis 36 Fuß (‘) zu mieten gibt. Die kleinste Kategorie (8‘ bis 10‘) stellen dabei die „Truck-Camper“ (oder Pick-up-Camper) dar. Das sind Pick-up-Trucks, also PKWs mit Ladefläche, die „Huckepack“ die Wohneinheit mitführen. Sie bieten Platz für zwei Erwachsene (und maximal ein Kind bei den größeren 10‘-Modellen). Die Ausstattung umfasst gewöhnlich eine Bett- und Sitzecke, Küche und eine kleine Nasszelle. Bei dieser Camper-Variante gibt es keinen Durchgang von der Fahrerkabine zur Wohneinheit. Bei der nächst größeren Kategorie, den „Van Conversions“ handelt es sich um Campingbusse in VW-Bus-Größe. Platzangebot und Ausstattung reichen ebenfalls für zwei Erwachsene und ein Kind. Hier ist die Fahrerkabine Bestandteil des Wohnbereichs, was insgesamt mehr Platz schafft. Die klassischen RVs („Recreational Vehicles“) sind die „Motorhomes“, wobei die kleineren Ausführungen (19‘-23‘) durchaus mit den in Europa üblichen Modellen vergleichbar sind. Sie bieten Platz für je zwei Erwachsene und Kinder und sind in den Abmessungen überschaubar. Bei den größeren Modellen wächst dann mit der Fahrzeuglänge (immerhin bis zu 12 m!) das Platzangebot und die (Komfort-) Ausstattung. Allerdings ist das Befahren bestimmter Streckenabschnitte (insbesondere „Gravel Roads“) mit größeren „Moterhomes“ nicht unbedingt empfehlenswert und meistens auch vom Vermieter verboten. Die Camper/ Wohnmobile können meist ab einem Alter von 21 Jahren ausgeliehen werden. Der normale PKW-Führerschein ist ausreichend. Auch wenn man noch nie ein solch großes Gefährt bewegt hat, gewöhnt man sich schnell an die ungewohnten Ausmaße.( Wohnmobil-Suche)

Einheitspreise für Camper/ Wohnmobile gibt es nicht. Viele Reiseveranstalter richten sich mittlerweile nach der sogenannten „Flexrate“ (www.flexrate.com). Je nach Angebot und Nachfrage, Fahrzeugtyp, Provinz und Reisezeit wird dann der Tagespreis errechnet. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass ein größerer Camper preisgünstiger als ein kleineres Gefährt ist. Man muss auch hier mögliche Zusatzkosten wie Meilenpakete, Übergabegebühren („Preparation Fee“), Pauschalen für Koch und Bettausrüstung („Convenience Fee“), Zusatzversicherungen und Wochenendgebühren beachten. (Tipps und Infos)


Einwegmiete in der Weite Kanadas

Einwegmieten können in der unendlichen Weite des nordamerikanischen Kontinents durchaus von Vorteil sein. Vor allem landesweit vertretene Anbieter bieten die Möglichkeit, den PKW bzw. das Wohnmobil an einem anderen Ort als dem der Anmietung wieder abzugeben. Das mag zwar interessant klingen, ist aber meistens mit erheblichen Gebühren verbunden. Wenn man die typische Tour durch Westkanada (von Vancouver nach Calgary) fahren möchte, ist man nicht unbedingt auf eine „Einwegmiete“-Reise angewiesen. Bei dieser Strecke muss man keine Sorge haben, dass man Abschnitte doppelt fährt. Es bieten sich durch die dichte Bevölkerung des südlichen British Columbia und das gute Straßennetz herrliche Rundtouren von ca. 4000 km an, die innerhalb eines Urlaubs (ca. drei bis vier Wochen) gut bereist werden können. Eine andere (Kilometer-) Situation stellt sich dar, wenn man sich von Vancouver aus in das nördliche British Columbia und dann weiter ins „Yukon Territory“ aufmacht. Hier ist die Strecke doch recht weit, so dass ein Rundweg - je nach Aufenthaltsdauer - nicht zu bewältigen wäre. Das wissen natürlich auch die Vermieter und berechnen für die Einwegmiete nach Whitehorse (Yukon Territory) die höchsten Zuschläge. Jeweils am Saisonanfang und –ende bieten einige Reiseveranstalter sogenannte „Überführungsfahrten“ an, bei denen Fahrzeuge beispielsweise von Vancouver nach Whitehorse gefahren werden müssen. Dies sind dann Spezial-Angebote, bei denen die erhöhten Einwegmieten entfallen. Zusätzlich gibt es „Meilen-Pakte“ inklusive, die man unter normalen Umständen auch bezahlen müsste. Sogenannte Überführungsfahrten werden zwischen vielen kanadischen Städten angeboten, unter anderem zwischen Toronto und Vancouver, Whitehorse und Vancouver.

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Preis-Vergleich PKW/ Wohnmobil

Die Kontaktpunkte von „Wohnmobilisten“ und PKW/Motel-Abenteurern sind eher wenige und die Entscheidung, wie man den wertvollen Urlaub verbringen möchte, ist wohl auch eher eine grundsätzliche als eine finanzielle. Damit sich im Familien-Rat die Gemüter nicht schon am „lieben Geld“ erhitzen, hier ein kurzer Vergleich zwischen den Kosten beider Varianten.

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Mit PKW/ Bed & Breakfast

Nehmen wir als Beispiel ein Paar, das keine Kinder hat und sich alleine auf den Weg macht. Da die beiden nicht gerne große Autos fahren und morgens gerne warm duschen, entscheiden sie sich für die Kombination PKW und Motel bzw. Bed & Breakfast. Sie haben damit pro Tag mit folgenden wichtigen Kosten zu rechnen:

Wagenmiete:

Die Miete eines Wagens, in dem man zumindest für drei Wochen Gepäck mitnehmen kann, ohne dass es allzu eng wird, kostet pro Tag in der Hauptsaison rund 55,- Euro. Im Vergleich zum Camper/ Wohnmobil sind alle Kilometer schon im Preis enthalten.( Mietwagensuche)

Benzinkosten:

In Kanada kostet der Sprit immer noch gerade mal die Hälfte von dem, was der Bundesbürger an der Tankstelle zahlen muss. Hier sollte man sich nicht täuschen lassen! Die Entfernungen sind nicht zu vergleichen. Unser Beispielpaar wird in drei Wochen mindestens 4.000 Kilometer gefahren sein. Und dann ist das durchaus ein ernst zunehmender Kostenpunkt.

Übernachtung:

Nordamerika ist ein Kontinent der Reisenden. Durch die großen Entfernungen sind durchaus nicht nur Touristen auf Unterkünfte am Straßenrand angewiesen. Die Kosten bewegen sich somit im erträglichen Rahmen von 30,- Euro, wenn man es einfach haben möchte, bis zu 400,- Euro, wenn man es feudaler liebt und auch einmal das Banff Springs Hotel erleben möchte. Die beiden sind in dieser Hinsicht ein Durchschnittspaar und entscheiden sich für ein Bed & Breakfast, was bei netter Betreuung für rund 70,- Euro pro Zimmer zu haben ist.

Mahlzeiten:

Da die Beiden ja etwas vom Land sehen wollen, sind sie jeden Tag unterwegs und unternehmen viel. Das große Frühstück, das im B&B-Übernachtungspreis inbegriffen ist, ist gegen Nachmittag längst schon vergessen. Je nachdem in welcher Gegend sie sich aufhalten, kann dem auch nicht immer mit einem kurzen Stop beim nächsten Fastfood-Laden begegnet werden. Und es ist eine alte Weisheit, dass bei kleiner Auswahl in entlegenden Gegenden auch die Preise nicht die niedrigsten sind. Um es kurz zu machen: Sie müssen in ein Cafe oder Restaurant und sich mit den kanadischen Preisen vertraut machen. Wir ziehen ihnen hierfür 25,- Euro/ Tag von der Reisekasse ab.

Das zweite Paar unseres Verlgeichs: Gleiche Situation - jedoch gehören für die beiden „Kanada“ und „Wohnmobil“ unbedingt zusammen.

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Mit dem Camper/ Wohnmobil [Tipps und Infos]

Wohnmobilmiete:

Ein wunder Punkt für jeden Camper. Auch wenn es viele Fahrzeug-Kategorien in unterschiedlichster Größe und Ausstattung gibt, muss man akzeptieren, dass das Reisebudget – bei dem Truck-Camper, für den sie sich entschieden haben - jeden Tag um satte 80,- Euro erleichtert wird. Da in der Campermiete meistens keine Kilometer enthalten sind, müssen sogenannte „Meilen-Pakete“ (pro Kilometer 0,24 – 0,28 CAN-$) gekauft werden. Aber die zwei sind optimistisch, denn sie fahren ja ihre Übernachtungsmöglichkeit mit sich herum, womit wir gleich beim nächsten Punkt sind:

Benzinkosten:

Ein solches Gefährt wiegt einiges und hat obendrein vielleicht sogar noch ein amerikanisches Basisfahrzeug, das bestimmt nicht für seinen niedrigen Benzinverbrauch berühmt ist. Wir sind in Kanada, das Vehikel soll durch die Rocky Mountains bewegt werden. Spätestens an der Tankstelle wünschen die beiden sich, das eben dieses Gebirge nicht eine der gewaltigsten Bergketten des Kontinents sei. Am Ende der Reise haben 22 Liter/100 km Durchschnittsverbrauch nicht nur das ökologische Gewissen der Naturliebhaber sondern auch die Reisekasse belastet.

Übernachtung:

Jetzt aber will unser Muster-Paar Nummer zwei seinen Joker ausspielen. Der große Vorteil gegenüber den PKW-Reisenden: Die Schlafstätte immer Huckepack rollen sie am Campingplatz vor. Zwar ist das „wilde“ Campen auf einem Rastplatz in der Regel erlaubt, jedoch wollen die beiden gerne eine Dusche, Wasseranschluss und eine Feuerstelle haben. Dies lassen sich die Plätze natürlich bezahlen, und den beiden kommen angesichts der Gebühr von ca. 20,- Can-$/ Nacht echte Zweifel am „großen Vorteil“ auf. Dieser lauert eher an weniger vermuteter Stelle, nämlich den

Mahlzeiten:

Das Mobil ist gut ausgestattet: Gasherd, Gaskühlschrank, Spüle, Tisch, Frisch- und Brauchwassertanks. Kauft man in den Städten im Supermarkt für einige Tage ein, entwickelt sich hier wirkliche Unabhängigkeit. Die Lebensmittelpreise sind mit den deutschen weitgehend vergleichbar und das Angebot in den großen Märkten reichhaltig. Wenn unser Paar der große Hunger überkommt, fahren sie rechts rann und brutzeln sich was zu Preisen, die sie selbst bestimmen.

[Tipps und Infos]

Kostenvergleich (ohne Flug):

Zielgebiet: Kanadas Westen (Provinzen British Columbia, Alberta)
Zeitraum: Sommermonate
Reisedauer: 20 Tage
Strecke: ca. 4.000 km
Personenanzahl: 2

Camper/Wohnmobil
PKW/ B&B
Fahrzeugmiete 20 Tage x 80,-€ = = 1600,-€ 20 Tage x 55,-€ = 1100,-€

0,26$ x 4.000 km

= 1040,-$
Benzin ca. 22 Liter
/100 km á 0,80$
= 704,-$ ca. 10 Liter/
100 km á 0,80$
= 320,-$
Übernachtung 20 Tage x 20,-$ = 400,-$ 20 Tage x 80,-€ = 1600,-$
Verpflegung 20 Tage x 12,-$ = 240,-$ 20 Tage x 25,-$ = 500,-$

Insgesamt ca. 3150,- ca. 2700,-

Angesichts der Flugkosten von ca. 700,- Euro pro Person und der immer anfallenden Nebenkosten (weil er immer einen Rangerhut „braucht“ und sie nicht ohne Calvin-Klein-Jeans kann) scheint der Kostenunterschied der beiden Reisearten eher gering. Bei der Camper/ Wohnmobil-Reise sind die Verpflegungs- und Nebenkosten etwas niedriger, da man sich bequem in den gut sortierten Supermärkten ausstatten kann. Dies sind allerdings eher „Nebenerscheinungen“, womit wir wieder beim Grundsätzlichen wären.

Mit beiden Gefährten erreicht man die Ziele, die man sich als Tourist bei seiner ersten Rundreise anschauen möchte. Das Straßennetz ist sehr gut ausgebaut und Schotterpisten (sog. Gravel Roads) darf man in der Regel laut Mietvertrag ohnehin nicht benutzen. Rastplätze, Viewpoints (Aussichtspunkte) oder stille Seitenstraßen gibt es allenthalben, so dass man jederzeit ein Päuschen oder eine kleine Zwischenmahlzeit einlegen kann. Der große Unterschied liegt vielmehr darin, wie man sich der Natur nähert und wie man sie erlebt. Womit muss sich nun unser Camper-Paar während seiner Reise auseinandersetzen? Schauen wir zunächst auf das,

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was man beim Campen hat: [Tipps und Infos]

Unser Paar hat, da es ja nur zu zweit ist, einen Truck-Camper (oder auch Pick-up-Camper) gemietet. Das ist ein Pick-up-Truck, also ein Auto mit Ladefläche, der eben auf dieser Ladefläche einen wirklich großen Aufsatz als „Wohneinheit“ montiert hat. Das heißt natürlich auch, dass es keinen Durchgang von dort zur Fahrerkabine des Autos gibt. Ist man jetzt noch etwas skeptisch, ändert sich das vielleicht, wenn man hört was da alles mitgeführt wird. Neben Tisch, Bett und Schränken gibt es meistens eine kleine Nasszelle („Duschklo“) und eine kleine Küchenzeile. Dort befinden sich ein Gasherd sowie ein Kühlschrank, die beide von der eingebauten Propangasflasche versorgt werden. Somit ist man nicht auf ein Stromkabel angewiesen und muss auch nicht auf gekühltes Bier und Schokoladeneis während der Fahrt verzichten. Der Kühlschrank kann, wenn man an einem Campingplatz Stromanschluss haben sollte, auf Strom umgestellt werden. Eine weitere Energiequelle ist die Zusatz-Autobatterie, die Beleuchtung und Wasserpumpe versorgen kann. Bei der „Wasserpumpe“ sind wir schon beim nächsten Thema. Das Gefährt besitzt in der Regel einen Frischwasser- und zwei Brauchwassertanks, von denen der eine das Schmutzwasser aus dem Spülbecken und der andere jenes aus der Toilette auffängt. Der Toilette sind dafür gelegentlich Chemikalien zuzuführen, damit auch hinterher tatsächlich alles flüssig ist. Vernünftigerweise darf man diese Tanks nicht einfach auf den nächsten Ameisenhaufen entleeren, sondern muss dazu eine sog. „Sani-Station“ oder „Dump-Station“ oder einfach „Sani-Dump“ aufsuchen. Die gibt es an (fast) jedem Campingplatz und teilweise auch an Tankstellen. Wer sich darunter jetzt ‚werweisswas‘ vorstellt, hat weit gefehlt. Es handelt sich dabei eigentlich nur um ein Loch im Boden, das (hoffentlich - aber nicht immer vorstellbar) an die Abwasserkanalisation oder etwas vergleichbares angeschlossen ist. Oft gibt es beim „Dumpen“ die Gelegenheit, Frisch-wasser nachzutanken.

Größere Wohnmobile funktionieren im Übrigen genauso, nur sind sie etwas umfangreicher ausgestattet: Es gibt dann einen Backofen, eine Mikrowelle, eine separate Dusche, eine richtige Ess-Theke und vieles mehr...

Küchenausstattung wie Besteck, Geschirr, Dosenöffner etc. sowie Schlafsäcke und Handtücher („Convenience Kit“) kann man gewöhnlich für eine Pauschale beim Wohnmobil-Verleiher mieten.

Jedoch viel interessanter als das, was man mit hat, ist ja eigentlich das,

was man nicht beim Campen hat: [Tipps und Infos]

Um es gleich zu sagen, Camping in den Rocky Mountains kann mitunter recht kalt sein! Wir befinden uns hier immerhin einige Höhenmetern über dem Meeresspiegel und da kann es auch im Sommer morgens recht schattig sein. Heizung funktioniert hier nur mit Strom! Weil unser Paar sich aber gerade die Einsamkeit in den Kanadischen Wäldern ausgesucht hat und mit ca. 800 gleichgesinnten Einsamen auf einem Campingplatz ohne Stromanschluss steht, müssen Sie wohl erst in die kalten Kleidungsstücke steigen und sich - dem Lichtkegel der Taschenlampe folgend - zum Duschraum durchtasten. Warum Duschraum? Ja, in dem Pickup-Camper gibt es zwar wie erwähnt eine kleine Nasszelle, die als Dusche genutzt werden kann, aber es ist dann doch eher ein „Duchklo“ und mehr als Klo als als Dusche zu gebrauchen. Unser Camper-Paar hat sich mittlerweile mit der Situation angefreundet und weiß auch schon,

was man auf dem Campingplatz zu erwarten hat: [Tipps und Infos]

Abseits der großen Städte hat ein Kanadischer Campground mit einem Europäischen Campingplatz nicht viel gemeinsam. Denn die meisten Plätze sind wirklich große Waldgrundstücke, in denen meistens viele Stellplätze angelegt sind, ohne dass man viel von seinen „Nachbarn“ mitbekommen würde. Dafür gibt es dann aber auch nicht immer Dusche und WC, sondern gerne auch nur „Plumpsklo“. Dies ist jedoch dann das Extrembeispiel. Unsere Beispiel-Camper werden genauso auf überschaubareren Plätzen übernachten, auf denen es dann auch an vielen Stellplätzen Wasser, Strom und Abwasseranschluss (Full-Hook-up genannt) und in der Nähe überwiegend gepflegte Dusch- und Toilettenhäuschen gibt. Was die Zwei freut, ist die überwiegend gute Ausstattung der Stellplätze mit Tisch, Bank und Feuerstelle, so dass abends das Budweiser-Bier am knisternden Lagerfeuer genossen werden kann. Feuerholz kann übrigens überall gekauft werden, wenn es nicht sowieso kostenlos am Platz zur Verfügung steht. Nachts sollte man tunlichst keine Essensreste außerhalb der mobilen vier Wände liegen lassen. Abfall gehört unbedingt in die „bärensicheren“ Behälter, die auf jedem Platz bereit stehen. Ansonsten kann es gut möglich sein, dass man (Bären-)Besuch bekommt, der durchaus gefährlich sein kann.

Wenn man sich an die Regeln hält, die einem immer wieder auf der Reise in Erinnerung gerufen werden, dann lernt man schnell zu schätzen,

was Campen in Kanada ausmacht: [Tipps und Infos]

Trotz der oben beschriebenen Umstände, die einige als Einschränkung empfinden mögen, gefällt dem Camper-Paar dieses so andere Leben, in dem jeden abend das Lagerfeuer entzündet wird, man direkt in der Natur ist und auf dem Weg zum Duschen schon den Elchen begegnet (z.B. im Whistler’s Campground/Jasper NP). Wohnmobil-Urlaub in Kanada bietet eine gute Möglichkeit für relativ unabhängiges Reisen mit (je nach Geschmack) gutem Komfort und einmaliger Naturnähe.

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Fazit: [Tipps und Infos]

Das Paar, das sich für den wahrscheinlich bequemeren Urlaub mit Übernachtungen in Motels entschieden hat, besuchte die gleichen touristischen „Hot-Spots“ und ist sehr zufrieden, weil es alles hatte, was es brauchte. Unser zweites Paar mag jedoch anmerken, dass man bei einem reinen Auto-Urlaub eben gerade das ursprüngliche „Naturerlebnis Kanada“ nicht hat. Kanada ist ein „Wohnmobil-Paradies“, in dem man alles bekommt, was des Campers Seele begehrt. Die Infrastruktur ist hervorragend, die Campingplätze sind überwiegend sehr gut ausgestattet und die See-, Berglandschaft bietet eine hervorragende Kulisse für einen Abend am Lagerfeuer. Natürlich darf bei all diesen Gründen, die bereits erwähnt wurden, nicht vergessen werden, dass ein B&B-Aufenthalt auch seine Vorteile birgt. Da wäre vor allem der persönliche Kontakt zu den Gastgebern und die familäre, individuelle Wohnweise. Nicht selten kommt man mit Einheimischen ins Gespräch und erfährt etwas von dem „way of life“ dieser Menschen. Natürlich sprechen auch Faktoren wie Sauberkeit, Hygiene und Komfort für einen PKW/ B&B-Urlaub.

Insgesamt bleibt also die Erkenntnis, dass es (wie so oft) darauf ankommt, was man will. Vielleicht hilft dieser Artikel, einen Einblick zu bekommen, auf was man sich bei einem Wohnmobil bzw. PKW/ B&B-Urlaub in Kanadas Westen einstellen kann.

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© 2002 - 2003 by Stefan Brixner, Hamburg, Deutschland