F e r n w e h-Pur... Reisebericht

8.- 11. Tag
Banff National Park - Jasper National Park - Mount Robson - Clearwater Prov. Park - Kamloops - Pemberton

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8. Tag Banff National Park - Jasper National Park (13. September)


Kurz nachdem wir den Campground verlassen haben, genießen wir den Blick auf die Tunnel Mountain Road und die riesige Weite Kanadas. Wir fahren einige Kilometer weiter nach Banff City. Ein hübsches Städtchen inmitten der Rocky Mountains. Nachdem wir uns in der Tourist-Information kurz über die Sehenswürdigkeiten im National Park informiert haben, schlendern wir gemütlich durch die Hauptstraße des kleinen, aber berühmten Wintersportortes, in der sich viele Souvenir- und Bekleidungsgeschäfte niedergelassen haben. Natürlich wollen wir auch einen Blick auf das berühmte Banff Springs Hotel werfen. Auch dieses Hotel wurde wie das Chateau Lake Louise auf Geheiß von William Cornelius von Horne gebaut. Der Palastartige Bau bietet für seine Gäste heute allen erdenklichen Luxus. Wir spazieren über den Bow River und haben einen sehr schönen Ausblick auf das Schloßartige gigantische Hotel. Ein schöner Spaziergang am frühen Morgen.

Etwa 25 Kilometer von Banff entfernt geht es zum Johnston Canyon. Dieser Canyon, der in den Reiseführern nur am Rande erwähnt wird, ist den Abstecher wert. Wir gehen auf an der Felswand befestigten Holzstegen zu den Lower Falls, vorbei an engen Schluchten und einem brodelnden Fluss. Nach kurzer Zeit erreichen wir die Wasserfälle. Unmengen von Wasser fallen hier in einen glasklaren See. Da uns die Landschaft sehr gut gefällt - das Wetter spielt natürlich auch mit - gehen wir weiter zu den Oberen Wasserfällen. Eingerahmt von tiefen, dunklen Felsen ergibt das aus der Höhe stürzende Wasser ein malerisches Bild.

Im Anschluss an diese kleine Wanderung genießen wir die Wildnis Kanadas, auf einem kleinen Rastplatz am Rande der Rockies. Dort gibt es ein asiatisches Mittagsmahl. Nun fahren wir weiter zu einem der schönsten Seen Kanadas, dem Peyto Lake. Dieser See besticht durch seine türkise Farbenwelt. Gemeinsam mit einer Schar deutscher Busurlauber gehen wir die wenigen Meter zum Aussichtspunkt. Dort erwartet uns der prächtige Peyto Lake, inmitten dichter Wälder. Im Hintergrund bilden die Rocky Mountains eine malerische Kulissen für den prächtigen See, der seine intensive Farbe mit den Jahreszeiten wechselt. Das Foto-Shooting hat sich hier wahrlich gelohnt. Neben uns sprechen Landsleute in ihre Videokameras. Wir hören die Worte „beeindruckend“, „unglaublich“. Es ist nur schade, dass es keinen direkten Weg zum See gibt. Also gehen wir wieder zurück zu unserem Camper.

In Richtung Jasper National Park, einem der „berühmten“ Nationalparks Kanadas und mit 10.878 km² vier Mal so groß wie Luxemburg, gelangen wir an diesem Nachmittag zum Columbia Icefield. Die Eisfläche ist 325 Quadratkilometer groß und 385 Meter tief. Der Athabasca Glacier ragt auf der riesigen Fläche hervor. Wir sehen einige Snowmobiles (umgebaute Busse, mit denen man sich über den Gletscher fahren lässt), die über das Icefield hinwegsausen. Wenn auch die einzige, dann doch aber bestimmt keine ökologisch sinnvolle Art und Weise, den Gletscher zu erklimmen. An aufgestellten Markierungen lässt sich erkennen, wie stark der Gletscher bereits abgeschmolzen ist und sich immer weiter zurückzieht. Vor 30 Jahren war der über 100 Meter entfernte heutige Parkplatz noch vollständig mit Eis bedeckt. In den nächsten Jahren soll sich die Eisschmelze auf Grund des Klimawandels noch schneller vollziehen.

In der Nähe des Columbia Icefield beginnt auch die Route 93, der Icefields Parkway. Diese Strecke gehört zu den schönsten in den Rockies und schlängelt sich entlang an beeindruckenden Gebirgslandschaften zum Jasper National Park.

Unser heutiges Nacht-Quatier schlagen wir im Whistlers Campground (16,- CA-$) im Jasper National Park auf. Der Platz liegt im Revier eines Elchbullens und seiner Kühe, die sich völlig unbeeindruckt von den vielen Campern auf dem Gelände bewegen. Mit Lagerfeuer und einem traditionell amerikanischen Essen beenden wir diesen erlebnisreichen Tag.

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9. Tag Jasper National Park – Mount Robson (14. September)


„Uhhhh“ tönt es heute morgen, als ich aus dem großräumigen Duschhaus treten. Da entdecke ich schon das Objekt der Begierde: ein Elch rekelt sich im Morgengrauen und genießt den Anblick auf die müden Menschengesichter. Elche können durchaus groß und kräftig und damit auch gefährlich sein. Nur schade, dass ich beim morgendlichen Duschen keine Kamera dabei habe. Bevor wir Whistlers Campground verlassen, ist ein Besuch in der Sani-Station nötig. Dort entleeren wir unsere diversen Abwassertanks und füllen den Camper mit frischem Wasser auf. Wir sind also für die Weiterfahrt gut gerüstet.

Maligne Canyon heißt am heutigen neunten Tag unsere erste Station. Dort freuen wir uns auf eine kleine Wanderung, die uns - vorbei an fünf Brücken - zu einem tobenden Wasserfall führt. Der Canyon ist spektakulär, da er über 50 Meter in die Tiefe abfällt. Auf der Rückfahrt werden wir von einigen Bergziegen gestoppt, die neugierig die vielen anhaltenden Autos beschnuppern. Ein willkommender Schnappschuss für die Besucher.

Bei strahlendem Sonnenschein setzten wir unsere Reise zum zugehörigen See fort, dem Lake Maligne. Dieser ist der zweitgrößte Gletschersee der Welt. Dort steigt auch meine Kanu-Premiere (ca. zwei Stunden: 32,10 CA-$) auf kanadischen Gewässern. In eine Rettungsweste eingehüllt genießen wir die Seeidylle. An den Ufern der spiegelglatten Wasserfläche ragen die teilweise schneebedeckten Berge der Rockies in die Höhe. Das Wasser ist glasklar und eiskalt.

Nun geht es weiter zum höchsten Berg der Rocky Mountains: Mount Robson (3.954 m). Diese Postkarten-Aufnahme lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Im kleinen und gemütlichen Visitor Center informieren wir uns über den weiteren Reiseverlauf.

Auf dem Weg zum Blue River Eleanor Lake Campsite begegnen wir einem Wolf. Diese Tiere sind in Kanada genauso zu Hause wie Bären und Elche. Der Campsite ist nett gelegen, wir sind fast die einzigen Gäste und suchen uns ein ruhiges Plätzchen in der Wildnis. Ganz ruhig wird die Nacht dann doch nicht, da sich unweit die kanadische Eisenbahn ihren Weg durch die Wildnis bahnt.

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10. Tag Mount Robson - Clearwater Prov. Park - Kamloops (15. September)


An diesem zehnten Tag unserer Reise durch Kanadas Westen geht es in den Wells Gray Provincial Park, der in den „Cariboo Mountains“ liegt. Nachdem wir uns im Clearwater Tourist-Informationen mit Sight Seeing-Tipps und Wegbeschreibungen eingedeckt und den kleinen Supermarkt zur Aufstockung unserer Essensvorräte aufgesucht haben, fahren wir zu den Spahats Creek Falls. Diese hohen Wasserfälle bahnen sich ihren Weg durch eine engumschlungene Höhle in die Tiefe eines Felsen. Beeindruckend! Wir genießen den kurzen Spaziergang, da hier auch die Anzahl der Besucher gering ist. Die Aussichsplatform macht einen abenteuerlichen Eindruck. Die Holzplatten ragen weit über die Felsen hinaus und bieten einen hervorragenden Ausblick auf die gegenüberliegende Schlucht.

Nach kurzer Fahrzeit erreichen wir die Dawson Falls. Sie bestechen vor allem durch ihre Breite, mit der sie in den Murtle River fallen. Wir entscheiden uns, von hier aus den rund dreistündigen Spazierweg zu den Helmcken Falls zu unternehmen. Man kann zwar auch mit dem Auto zu einer Aussichtsplattform fahren, jedoch war uns dieser Fußweg von der Touristen-Informationen als sehr schön empfohlen worden. Der Vorteil sei die günstige Lage zu den Falls (man befindet sich oberhalb der Fälle!) und der beeindruckende Ausblick, bei dem allerdings äußerste Vorsicht geboten sei, da es keinerlei Absturzsicherungen gäbe. Dies können wir nun „live“ miterleben. Es eröffnet sich uns ein abenteuerliches, grandioses Bild: Die Helmcken Falls stürzen in die Tiefe. Sie sind mit 137 Metern zwei Mal so hoch wie die Niagara-Fälle. Die volle Höhe vermögen wir gar nicht, auf ein Foto zu bekommen. Wir sehen die Wasserfälle – vor uns liegt eine steile Felswand, an der das Wasser herabstürzt. Natürlich wird uns unheimlich, als wir uns am Abhang des Felsens bewegen. Bloß nicht ausrutschen oder stolpern! Glücklicherweise „meistern“ wir diese kurze gefährliche Stelle und genießen in diesem wunderschönen Panorama einen kleinen Mittagssnack. Wir wandern auf dem engen, dichtbewachsenen Pfad, über teils umgestürzte Bäume, zu unserem Camper zurück. Dieser Spaziergang hat sich wahrlich gelohnt und ist (leider oder zum Glück!?) von Besuchern nicht sonderlich frequentiert. Der Wells Gray Provincial Park ist eine Reise wert, auch wenn dies nicht in jedem Reiseführer explizit erwähnt wird!

Auf dem Rückweg nach Clearwater entdecken wir unseren zweiten Bären, der sich in der Nähe von zwei Wohnhäusern aufhält. Leider ist er zu schnell verschwunden und wir können ihn nicht fotografisch festhalten. Unser zweiter Bär in Kanada! Während wir auf den Wanderwegen durchaus froh sind, keinem dieser doch recht großen Tiere zu begegnen, halten wir vom Camper aus stets Ausschau.

Weiter geht es nach Kamloops (www.city.kamloops.bc.ca), wo wir uns nur schwerlich für einen Campingplatz entscheiden können. Schließlich fahren wir zum Knutsford Campground (15,- CA-$), der auf einem kleinen Hügel liegt. Der Platz ist nicht sonderlich schön und recht eng. Außerdem sind hier einige Hunde in der näheren Umgebung, die uns vielleicht unser wohlverdientes „Lagerfeuer“-Grillen streitig machen könnten. Es geht gut – die Hunde halten sich zurück.

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11. Tag Kamloops – Pemberton (16. September)


Auf der Fahrt zwischen Kamloops und Pemberton genießen wir den Cariboo Country. Die Landschaft ist hier sehr trocken; statt durch dichte Nadelwälder schlängelt sich die Straße gesäumt von kargem Grasland um die Berge, am Rande des Thompson River. An einigen Stellen entdecken wir kleine Inseln im glasklaren Wasser. Manchmal liegt ein Boot vor dem kleinen Landfleck, es wohnen wohl Menschen dort.

Wir genießen die Fahrt und erreichen nach einem kurzen Tankstop in Lillooet die Duffey Lake Road. Abseits dieser engen Straße gibt es einige „Campingplätze“ (gratis!), die direkt am Wildbach gelegen sind. Dort wollen wir unser Mittagessen genießen. Die Zufahrten zu diesen malerischen Plätzen sind recht versteckt und überaus eng. Doch hat man den Weg erst gefunden, gelangt an einen klaren, kalten, rauschenden Wildbach. Es gibt nur wenige (ca. acht) Stellplätze und keine sanitären Anlagen. Wir sind die einzigen Besucher. Betreut werden diese Plätze von einem Ranger, der kurz vorbeischaut und sich nach unserem Wohlbefinden erkundigt. Es geht uns einfach gut!

Nach dieser Mittagsidylle setzen wir unsere Reise in Richtung Pemberton fort. Heute ist es recht warm. Wir erfreuen uns der Sonne am Duffey Lake. Gegen Abend suchen wir den Mairn Falls Provincial Park auf. Der Campingplatz im Park ist weitläufig und bietet sehr schöne Eckchen. Allerdings gibt es hier keine Duschen und nur ein Plumpsklo. Der nahegelegene kleine See lädt zu einem Erfrischungsbad ein, das aber auf Grund der sehr niedrigen Wassertemperatur recht schnell beendet ist. Wir entschieden uns für einen kleinen Platz, der direkt am Fluss gelegen ist. Hier genießen wir den Rest des Tages und erfreuen uns am lodernden Lagerfeuer.

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