F e r n w e h-Pur... Reisebericht

15.- 17. Tag
Goldstream Provincial Park - Rathrevor Beach Provincial Park - Long Beach - Ucluelet

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15. Tag Goldstream Provincial Park – Rathrevor Beach Provincial Park (20. September)


Im Goldstream Provincial Park entscheiden wir uns für den Trail zu den Goldstream Falls. Wir wandern durch den grünen Regenwald zu den Fällen. Ein schöner, kurzer Spaziergang am Morgen. Das Wetter ist mittlerweile typisch für Vancouver Island: es ist bewölkt und regnet von Zeit zu Zeit.

Wir verlassen den Park und setzen unsere Reise über Vancouver Island nach Duncan fort. Duncan ist eine Start, die nicht unbedingt sehenswert ist. Wir halten nach den Totempfählen Ausschau, durch die die Stadt wohl an Bekanntheit gewonnen hat. Entlang der Hauptstraße gibt es einige, die sich aber nicht wesentlich von denen im Stanley Park in Vancouver unterscheiden. Also stufen wir Duncan als Durchgangsstation ein und fahren weiter nach Chemainus.

Chemainus (www.muraltown.com; www.chemainus.com) ist für seine Wandmalereien („Murals“) berühmt, die wir auch direkt am Ortseingang entdecken können. Vor einigen Jahren, als Chemainus noch als reine Forst- und Sägewerksstadt galt, haben sich eine Handvoll von Bewohnern Gedanken gemacht, was man für die Vermarktung dieses kleinen, noch unbedeutenden Ortes auf Vancouver Island machen könnte. Die umtriebigen Einheimischen hatten die Idee, einen Wettbewerb für Wandmalereien auszuschreiben, da bereits ein ortsbekannter Künstler mit den „Murals“ begonnen hatte. Dieses Vorhaben entwickelte sich, heute gibt es rund 40 Murals in der mittlerweile durch Touristen gut besuchten Stadt. Eine umfassende Mural-Liste gibt es im Infocenter. Die Wandmalereien sind an Gebäuden und Hotels zu finden.

Nach einem Eisstop bei „Billy Thomas“, der sich natürlich auch als erster „Mann“ der Stadt (geboren 1874) in Form eines Murals verewigen ließ, fahren wir zum Rathtrevor Beach Provincial Park (18,50 CA-$), der in dieser Gegend an der östlichen Spitze der einzige und beste Campingplatz sein soll. Am Eingang bekommen wir sofort einen Zettel in die Hand gedrückt, der uns auf das Vorhandensein von Bären aufmerksam macht. Es dürfen keine Essensreste, Kleidungsstücke oder sonstigen Dinge nachts draußen abgestellt werden. Der kurze Pfad, der zum Strand fährt, ist wegen zu hoher Bärenfrequenz gesperrt. „Bear is watching you“. Da wir die Nähe zum Meer ausnutzen wollen, machen wir uns aber dennoch auf den Weg. Auf diesem Pfad gehen wir zwar einen kleinen Umweg, dafür soll er Bärensicher sein. Wir genießen den breiten Strand in der Abenddämmerung. Das Abendessen nehmen wir - auch auf Grund der Witterung - im Bärengeschützten Inneren des Campers ein.

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16. Tag Rathrevor Beach Provincial Park - Long Beach (21. September)


An diesem Tag stehen mehrere kürzere Spaziergänge auf dem Programm. Zuerst landen wir im Englishman River Falls Park. Natürlich gibt es hier wieder einen Wasserfall zu bewundern. Durch einen dichten Regenwald geht es im Little Qualicum Falls Provincial Park. Mit den Stromschnellen wandern wir auf felsigem Untergrund entlang des Canyon. Am Ende des Weges wartet hier der kleine Wasserfall.

Unsere nächste Station führt uns zum Mac Millan Park. Dort wuchern bis zu 600 Jahre alte und 75 Meter hohe Douglasfichten. Auf den künstlichen Holzwegen, die aus Baumstämmen entstanden sind, lassen wir unsere Blicke in die Höhe der Baumkronen schweifen. Am Sproat Lake nehmen wir ein kleines Mittags-Picknick ein. Auf dem Wasser liegen zwei große Feuerlösch-Flugzeuge (!). In der kleinen Ortschaft Port Alberni decken wir uns mit Lebensmitteln sowie einem kleinen „Budweiser“-Vorrat ein und fahren anschließend auf der Straße No.4 Richtung Tofino. Diese Straße gehört zu den schönsten auf Vancouver Island.

Nun sind wir im Pacific Rim National Park, dem einzigen Nationalpark auf Vancouver Island, gelandet. Unser Quartier schlagen wir in Long Beach, im National Park Campground (18,- CA-$) auf. Dort genießen wir in den frühen Abendstunden den Long Beach, ein unendlich weiter Strand mitten in der Einsamkeit von Vancouver Island. Einen Nachteil gibt es allerdings hier, Duschen sind Fehlanzeige. Dafür regnet es hier genug!

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17. Tag Long Beach - Ucluelet (22. September)


Am Wickaninnish Bay beginnen wir den South Beach Trail (1,5 Kilometer). Nachdem wir einen „All day parking Pass“ ( 8,- CA-$) erworben haben, geht es auf einem kleinen Pfad Richtung Strand. Natürlich bewegen wir uns sehr wachsam, Bären sollen hier in der letzten Zeit häufiger gesehen worden sein. Wir unterhalten uns laut, da dies die Bären wohl am ehesten verschrecken soll. Ohne einen einzigen Bären entdeckt zu haben, erreichen wir South Beach. Der Strand besticht ebenso wie Long Beach durch seine unendliche Weite. Große Baumstämme liegen als Treibgut am Strand.

Dies sollte aber nicht der letzte Trail für heute gewesen sein. Wir fahren einige Kilometer weiter und bereiten uns auf den Schooner Trail (2 Kilometer) vor, einem der schönsten Trails, die Vancouver Island zu bieten hat. Der Weg führt auf Holzstegen durch dichten Regenwald zum Strand. In der Nähe des Strandes sehen wir einige Häuser der heimischen Indianer, die in Reservaten an der Westküste leben. Es ist nur schade, dass es heute wolkig und regnerisch ist. Das typische Vancouver Island-Wetter!

Nach diesem aktiven Vormittag fahren wir zum westlichsten Ort der Insel, nach Tofino (www.tofinobc.org). Dieses kleine Städtchen (1.200 Einwohner) erscheint uns recht unspektakulär. Es gibt hier einige kleine Geschäfte und Restaurants. Tofino ist auch Ausgangspunkt für „Wale Watching Cruises“, die von zahlreichen Veranstaltern angeboten werden. Etwas „Tofino“-artiges entdecken wir dennoch: an der Tankstelle werden nicht etwas die Benzinpreise angezeigt, sondern einem Paar wird zur Hochzeit und zum Nachwuchs gratuliert. Wen interessieren schon die aktuellen Sprittpreise, wenn es doch Wichtigeres gibt?

An diesem Abend entscheiden wir uns für den Ucluelet Campground (14,98 CA-$), der auf einem Hügel über der Ortschaft liegt. Bei einem kleinen Abendspaziergang erfahren wir, dass Briefkästen in diesem kleinen, verlassen Nest rar sind. Schließlich haben wir Glück und finden die Post, die neben Kirche und Marktplatz den zentralen Ortskern bildet. Wir genießen unseren letzten Abend auf einem „Natur“-Campingplatz und freuen uns auf das allabendliche Lagerfeuer, das uns allerdings heute nicht recht gelingen will.

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