F e r n w e h-Pur... Geschichte

„One Namibia, One Nation“: Die Geschichte der noch jungen Republik Namibia – ein Abriß von der Zeit um 25.000 v.Chr. über das durch die deutsche Kolonialherrschaft geprägte 19-Jahrhundert bis zu der Unabhängigkeitserklärung am 21. März 1990 und der dritten Amtsperiode von Präsident Nujoma. .


27.000 – 5.000 v. Chr. Die ersten Felsmalereien entstehen in den Apollo-11-Höhlen der Hunsberge im südlichen Teil des Landes. Sie stammen von den Bewohnern (Sammler- und Jägergesellschaft) und gehörten nicht nur zu den ältesten Zeichnungen Afrikas sondern auch der Welt. Die Felsgravuren bei Tywfelfontein sind jüngeren Datums. Sie sind ungefähr 5.000 v. Chr. entstanden und auch heute noch gut erhalten.

13. Jahrhundert (n. Chr.) Die Bantu-Völker, zu denen auch die Ovambo und Herero gehören, erreichen die Küste des südlichen Afrikas. Sie verdrängen die bisherigen Ureinwohner (San-Völker, Hottentotten) in die trockeneren Gegenden (Namib-Wüste).

1486 Mit dem Portugiesen Diego Cão erreicht zum ersten Mal ein Europäer die Küste von Namibia. Er errichtet ein „padrao“, ein Steinkreuz, an der heutigen Robbenkolonie Cape Cross, mit dem er die Besitzansprüche Portugals zum Ausdruck bringen will. Ein Jahr später stellte Bartolomëu Diaz ein Steinkreuz Nahe Lüderitz (Diaz-Kreuz) auf. Mit der Erforschung des Landes wurde erst ca. 100 Jahre später begonnen, die Besiedlung erfolgte erst 300 Jahre nach der ersten Entdeckung.

15./ 16. Jahrhundert Die Bantu-Völker beginnen ihre Wandung Richtung Norden und Nordosten. Sie führen Keramik, Eisen, Kupfer, Zuchtvieh und Kulturpflanzen ein und widmen sich dem Ackerbau. Mit Andrew Battels ist vermutlich der erste „Weiße“ in Namibia. Der Brite, der in Brasilien in portugiesischer Kriegsgefangenschaft lebte und als Soldat nach Angola verschleppt wurde, flüchtet Richtung Süden. Er lebt über ein Jahr unter den Ovambo im Ovamboland.

17./ 18. Jahrhundert Die ersten europäischen Jäger erreichen die Atlantikküste. An der Kuisebmündung findet die erste historisch überlieferte bewaffnete Widerstandhandlung von Namibiern gegen Europäer statt. Der Süden wird von den Buren besiedelt. Die Nama-Gruppen, die im Besitz von Pferden, Ochsenwagen und Schusswaffen sind, ziehen in Richtung Norden. Auf Grund ihrer materiellen Überlegenheit unterwerfen sie die dort ansässigen Damara und San.

1805 Die Missionszeit beginnt. Abraham und Christian Albrecht sind die ersten, die sich bei den Nama nördlich des Oranje-Flusses niederlassen. 1806 errichten die Gebrüder Albrecht das erste Missionshaus in Warmbad, das 1811 von den Orlam Afrikanern zerstört wird.

1814 Johann-Heinrich Schmelen von der Londoner Missionsgesellschaft, die 1840 alle ihre Aktivitäten der Rheinischen Missionsgesellschaft überträgt, beginnt mit der Missionsarbeit in Bethanien. Das „Schmelen-Haus“ kann heute noch in Bethanien besichtigt werden.

1830/ 1840 Namibia muss eine lange Dürreperiode durchleben. Um das rar gewordenen Weidenland kommt es daraufhin zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Nama und den Herero. Unter Führerschaft von Jonker Afrikaaner übernehmen die Nama die Vorherrschaft und treiben die Herero Richtung Norden. Mit der Besiedlung von Klein-Windhoek (1840) legt Afrikaaner einen wichtigen Grundstein für die spätere Hauptstadt des Landes.

1840/ 1850 Die Ankunft der christlichen Missionare hat das kulturelle Bild Afrikas grundsätzlich verändert. Durch den weißen Einfluss wird ein neues Lebensbild der Afrikaner geschaffen, das sich auf alle sozialen Lebensbereich wie Religion, Erziehung, Ehe und Familie etc. auswirkt.

1850 Der Abbau von Kupfer beginnt durch europäische (zunächst britische) Gesellschaften.

1858/ 1860 Namibische Führer unterzeichnen einen Vertrag, der die Vergabe von Minenrechten und Landverkäufe an die Europäer verbietet. Die Wirtschaftsmacht geht in zunehmendem Maße von den namibischen Führern und ihren Räten auf die europäischen Händler und Missionare über. Diese einflussreichen weißen Bewohner Namibias ebnen somit den Weg für eine „informelle“ koloniale Herrschaftsform.


1863-1870 Die Herero führen einen Befreiungskrieg gegen die Nama.

1866 Die britisch verwaltete Kapkolonie annektiert die vor Namibia gelegenen Guano-Inseln.

1876-1878 Großbritannien annektiert Walvis Bay, den einzigen Hochseehafen des Landes und alle Gebiete im Umkreis von 15 Meilen.

1880 Die Herero erobern Windhoek von den Nama. Der letzte große Krieg zwischen beiden Bevölkerungsgruppen beginnt mit einer Grenzstreitigkeit am Swakop und wird ein Jahrzehnt dauern.

1883-1885 Bis 1884 war der Küstensaum zwischen Cape Frio und dem Oranje deutsch, mit Ausnahme des Gebietes um Walvis Bay. Mit der Ankunft des Bremer Kaufmannes Adolf Lüderitz (1883) ändern sich die Landbesitzverhältnisse. Lüderitz wird Besitzer des Gebietes der heutigen Lüderitzbucht. Bismarck erklärt dieses von Lüderitz erworbene Land sowie den Besitz der Herero und Nama im Gefolge der Berliner Kongo-Konferenz (1884) zum deutschen Schutzgebiet. Die deutsche Kolonialgesellschaft für Südafrika (1885) verfolgt das Ziel, Siedler für Farmland anzuwerben und es unter ihnen aufzuteilen. Unter der Leitung von Heinrich Göring mit Hauptsitz in Otjimbingwe schließt die Gesellschaft Schutzverträge mit den Häuptlingen ab.

1890 Im Helgoland-Sansibar-Vertrag zwischen Großbritannien und Deutschland wird der Caprivi-Zipfel dem deutschen Schutzgebiet zugeschrieben. Deutschland erhält somit den 450 km langen Caprivi-Streifen zusammen mit der Insel Helgoland von England im Tausch gegen die Insel Sansibar und die Herrschaft über Witu in Ostafrika. Der Caprivi-Zipfel hat eine strategische Bedeutung, da er einen freien Zugang zum bedeutendsten Süßwasserreservoir, dem Zambesi-Fluss und damit zu einem weiteren Handelsweg ermöglicht. Außerdem wurde mit diesem Gebiet ein Herzstück im südlichen Afrikas erobert, da der Hauptort des Caprivi, Katima Mulilo genau in der Mitte zwischen Atlantik und Indischem Ozean liegt. Der Zipfel wird nach dem Nachfolger Bismarks, Reichskanzler Georg Leo Graf von Caprivi, benannt. Er strebt eine Verbindung zwischen den Kolonien Deutsch-Südwestafrika (Namibia) und Deutsch-Ostafrika (Tansania) an. Nachdem Hauptmann Curt von Francois Windhoek erobert hat, wird die Stadt Amtssitz der deutschen Verwaltung (1891).

1893 Die ersten Weißen siedeln sich in Windhoek an. Die Woermann-Linie nimmt den Schiffsverkehr zu Südwestafrika auf.

1894 Major Leutwein, der Nachfolger von Curt von Francois erreichtet die erste Militärstation.

1902 Eröffnung der Eisenbahnlinie zwischen Windhoek und Swakopmund

1903-1907 Mit dem Aufstand der Nama und Herero gegen die Kolonialherrschaft beginnt ein fünfjähriger Krieg. Beide Völker müssen größte Verluste hinnehmen, vor allem bei der Schlacht am Waterberg (10. – 12. August 1904). Da die Deutschen in dem ariden Gebiet die lebensnotwendigen Wasserlöcher in Besitz genommen hatten, gibt es für das Volk der Herero fast keine Überlebenschancen. Die Herero werden fast vollständig vernichtet, von den Nama überlebt nur die Hälfte der Bevölkerung. Die Überlebenden werden in Gefangenenlagern interniert.

1907 Das Gebiet um die Etosha-Pfanne (100.000 km²) wird als größter Nationapark der Erde proklamiert.

1908 Diamanten werden im Gebiet um Lüderitz entdeckt. Deutsch-Südwestafrika macht große Fortschritte bei der infrastrukturellen Entwicklung. Die Eisenbahnlinien zwischen Lüderitzbucht und Keetmanshoop sowie zwischen Swakopmund und Grootfontain werden in Betrieb genommen.

1912 Die Eisenbahnlinie zwischen Keetmanshoop und Windhoek wird eröffnet.

1914/ 1915 Zu Beginn des Ersten Weltkrieges marschieren britisch-südafrikanische Truppen nach Deutsch-Südwestafrika ein. 1915 kapitulieren die deutschen Schutztruppen in Tsumeb. Deutsch-Südwestafrika wird Protektorat der Union von Südafrika.

1919 Die neue deutsche Republik (Weimarer Republik) wird durch den Versailler Vertrag gezwungen, auf ihre vormaligen Kolonien zugunsten der alliierten Mächte zu verzichten (Artikel 119 des Friedensvertrages). Es wird festgelegt, dass Deutsch-Südwestafrika fortan zum C-Mandatsgebiet des Völkerbundes (Artikel 2 und 22 des Völkerbundpaktes) gehört und damit unter südafrikanischer Verwaltung steht.

Die deutsche Zeitung „Der Kriegsbote“ wird in „Allgemeine Zeitung“ (AZ) umbenannt.

1920 Großbritannien erhält das Mandat für Deutsch-Südwestafrika und überträgt es seinerseits wieder als Klasse-„C“-Mandat an die Union von Südafrika.

1934 Als fünfte Provinz Südafrikas wird Namibia von Pretoria aus verwaltet.

1939 Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges werden viele deutsche Einwohner Namibias in Internierungslager überführt oder unter Hausarrest gestellt.

1945/ 1946 Die Vereinten Nationen übernehmen als Nachfolgeorganisation des Völkerbundes das Mandat über Namibia. Während der Völkerbund die Kolonialverwaltung der Mandatsgebiete verbessern wollte und den Kolonialismus selbst nicht in Frage stellte, schlägt die UN einen anti-kolonialistischen Kurs ein. Ziel der UN ist, die Mandatsländer in die Selbstverwaltung zu entlassen und fordert die Mächte auf, Rechenschaftsberichte abzulegen. Südafrika weigert sich daraufhin, die Vereinten Nationen als Rechtsnachfolger des Völkerbundes anzuerkennen und verwaltet Namibia weiterhin als Teil der Südafrikanischen Union. Die Volkszählung ergibt folgendes: 269.569 „Farbige“ und 38.029 „Weiße“

1947 Südafrika informiert die UN, dass es Südwestafrika weiterhin als Mandatsgebiet und nicht als Treuhandgebiet der UN verwalten werde.

1951 Die südafrikanische Besatzungsmacht führt in Namibia Apartheidsgesetze und die Reservate für die farbige Bevölkerung (später Homelands) ein.

1953 Die UN-Vollversammlung beschließt, die Mandatsverwaltung des Gebiets durch das UNO Ad-hoc Komitee für Südwestafrika und ohne die Kooperation der südafrikanischen Regierung ausüben zu lassen. Diese Maßnahme führt zu keinen konkreten Resultaten. Die UN gründen nach UNO-Resolution 749A das „Ständige Komitee für Südafrika“, das bis 1961 bestehen bleibt.

1954 Der südafrikanische Premierminister D.F. Malan gibt eine Erklärung ab: „Das Mandat über Südwestafrika ist nun zu einem Ende gekommen. Das Gebiet und Südafrika bilden nun eine politische Einheit.“

1957 Die UN gründen ein Treuhandbüro, das mit Südafrika eine Basis zur Verwaltung Südwestafrikas als Gebiet mit internationalem Status ausarbeiten soll (Mitglieder: Brasilien, Groß-Britannien, USA).

1958-1960 Mit der OPO, SWANU und der SWAPO entstehen die ersten Widerstandsbewegungen. Die SWAPO (South-West African Peoples Organisation) wird 1960 als internationale Befreiungsbewegung von im Exil lebenden Namibiern in New York gegründet. Der erste Präsident heißt Sam Nujoma. Äthiopien und Liberia klagen als ehemalige afrikanische Völkerbundsmitglieder vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag gegen Südafrika. Sie werfen Südafrika vor, die Mandatspflicht zu verletzen und verlangen, das Deutsch-Südwestafrika der Aufsicht der UN unterstellt wird.

1960 Die UN-Vollversammlung nimmt die UN-Resolution 1514 (XV) an, welche allen noch kolonisierten Ländern und Völkern Unabhängigkeit garantiert. Diese Resolution stärkt die SWAPO im weiteren Kampf um die Befreiung Südwestafrikas.

1961 Der Prozess der Dekolonisierung wird in Angola in Gang gesetzt.

1963 Bildung der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU). SWAPO tritt der OAU bei und wird Mitglied der Pan-Afrikanischen Freiheitsbewegung für Ost-, Zentral- und Südliches Afrika (PAFMELSA)

1965 Die Südwestgrenze des Caprivi-Zipfels zwischen Okavango und dem Chobe wird vom Vermessungsingenieur K.G. Lester endgültig festgelegt.

1966/ 1967 Erste militärische Konfrontation zwischen der Namibischen Volks-Befreiungsarmee (NAPLA) und südafrikanischen Truppen. Der Internationale Gerichtshof weist die Klage gegen Südafrika ab. Die UN (Resolution 2145) erklärt im Oktober das Mandat wegen der Anwendung der Apartheitsgesetze für beendet und gründet 1967 den „United Nations Council for South West Africa“ (UNO-Resolution 2248 S-V). Diesem Gremium, dem späteren „United Nations Council for Namibia“ wird die Verwantwortung für das Territorium übertragen. Ziel: Stärkung des Rechtes auf Nationalstaatlichkeit und Unabhängigkeit.

1968 Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet seinen ersten Beschluss über Namibia (UNO-Resolution 245). Darin wird Südafrika auf Grund seiner neuen Anti-Terrorismus-Gesetzte für die Verfolgung namibischer Bürger verurteilt. Nach Resolution 246 soll Südafrika alle politisch gefangenen Namibier freilassen. Der Landesname Namibia wird mit der UN-Resolution 2372 offiziell anerkannt.

1969 Mit der beschleunigten Integration Namibias in die Republik Südafrika wird die Verlegung zahlreicher ehemaliger Regierungsabteilungen Namibias nach Südafrika rechtskräftig. Namibia wird eine de facto fünfte Provinz Südafrikas.

Von 1960 bis 1969 wächst Namibias Bruttosozialprodukt um 153 %.

1971 Der internationale Gerichtshof in Den Haag erklärt in einem Gutachten die fortdauernde Anwesenheit Südafrikas in Namibia als ungesetzlich. Die UNO wird in ihrer Rechtsauffassung bestätigt.

1973 Der UNO Sicherheitsrat bricht alle Verhandlungen mit der südafrikanischen Regierung ab. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen erkennt SWAPO als die "alleinige authentische Vertretung des namibischen Volkes an" (UNO AV Resolution 3111) und verleiht ihr einen Beobachterstatus (1976). Südafrika legt Protest dagegen ein und verlässt das UNO Treuhandbüro.


1975 Nachdem die ehemalgien portugiesischen Kolonien Angola und Mosambique unabhängig wurden, akzeptiert die südafrikanische Regierung unter wachsendem internationalen Durck ihre Verpflichtung, Südwestafrika bis 1978 in die Unabhängigkeit zu entlassen.

1975-1977 In Windhoek tritt eine aus Vertretern aller Volksgruppen (SWAPO nimmt nicht teil!) bestehende Konferenz zur Ausarbeitung einer Verfassung für Namibia zusammen. Auf Grund ihres Tagungsortes in Lüderitz wird sie die „Turnhallenkonferenz“ genannt. 1977 einigen sich die Gruppen auf einen Verfassungsentwurf und eine Übergangsregierung, die sich aus einem Proporz der Volksgruppen zusammensetzt. Die wichtigsten der Gruppen, von denen die Turnhallen-Beschlüsse getragen werden, schließen sich zur „Demokratischen Turnhallen-Allianz“ (DTA) zusammen. Der Ovaherero-Führer Clemence Kapuuo wird ihr erster Präsident. Die 1977 von dem Weißen Dirk Mudge gegründete „Republikanische Partie“, die gegen Apartheid und für eine demokratisch gewählte Zentralregierung eintritt, ist Kern dieses Bündnisses. Die SWAPO spaltet sich in dieser Zeit, nachdem sie in den 60er Jahren mit friedlichen Zielen gegründet wurde, in einen gemäßigten Inlands- und in einen radikalen Auslandsflügel. Dieser führt von Angola und Sambia aus Guerillakämpfe gegen die südafrikanischen Trupen in Südwestafrika.

1975 Der UNO-Rat für Namibia gründet das „United Nations Institute for Namibia“.

1977 Die südafrikanischen Rassengesetze werden für Namibia außer Kraft gesetzt.

1978 Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet die Resolution 435, die freie Wahlen unter UN-Aufsicht als Vorbedingung für die Unabhängigkeit fordert. Die Hauptstreitpunkte zwischen Südafrika einerseits und der SWAPO bzw. UN andererseits beziehen sich auf die Truppenstärke im Land sowie auf Zugehörigkeit von Walvis Bay, das seit 1909 im Besitz der britischen Kolonie bzw. der Südafrikanischen Union ist. Südafrika besteht bis zur Unabhängigkeit auf eine Truppenmacht im Land, die SWAPO und die UN fordern deren Rückzug und treten für die Entsendung einer UN-Friedenstruppe ein. Die SWAPO und die UN erklären das wirtschaftlich bedeutsame Walvis Bay zum integrierenden Bestandteil Namibias. Im Dezember lässt Südafrika freie Wahlen abhalten, aus denen die DTA als stärkste Partei (41 von 50 Sitzen) hervorgeht. Die Wahlen werden von der SWAPO boykottiert und international nicht anerkannt („null and void“).

1979 Südafrika setzt eine Interims-Regierung ein. Zahlreiche Apartheidsgesetze werden abgeschafft.

1981 Die Namibiakonferenz in Genf verläuft ergebnislos.

1983 Die DTA-Regierung tritt zurück. Das Exekutivorgan, der zwölfköpfige Ministerrat sowie die Nationalversammlung mit 72 Abgeordneten, löst sich auf. Eine Vielparteien-Konferenz wird gegründet. Der südafrikanische Generaladministrator übernimmt wieder alle Regierungsfunktionen.

1985 Südafrika setzt eine Übergangsregierung auf Basis der Vielparteien-Konferenz ein. Die Regierung besteht aus einem Kabinett mit acht Mitgliedern, einer verfasungsgebenden Versammlung mit 16 Mitgliedern und einer 62-köpfigen Nationalversammlung. Der Generalgouverneur hat bei Gesetzesentscheidungen der Nationalversammlung nur ein Vetorecht. Seine Befugnisse werden somit stark eingeschränkt. Der südafrikanischen Regierung obliegt die Verteidigungs- und Außenpolitik.

1988 Südafrika, Kuba und Angola einigen sich unter Mitwirkung der USA und der Sowjetunion auf einen Zeitplan für die Unabhängigkeit. Basis bildet die UN-Resolution 435 (Protokoll von Brazzaville).

1989 Die UN-Resolution 435 wird implementiert. Nach mehreren gescheiterten Verfassungsvorschlägen und einem Krieg im Grenzland zu Angola tritt eine von der UNO-Friedenstruppe UNTAG (United Nations Transitions Assistant Group) beaufsichtigte Waffenruhe in Kraft. Die Wahlen zur Verfassungsgebenden Versammlung finden vom 7. bis 11. November statt. Als Gewinner dieser Wahlen geht die SWAPO mit 57 % der Stimmen (DTA: 29 %) hervor. Walvis Bay bleibt weiterhin unter südafrikanischer Verwaltung.

1990 Nach der Verabschiedung der Verfassung im Februar wird SWAPO-Führer Dr. Samuel Nujoma zum ersten Präsidenten der Republik Namibia gewählt. Die endgültige Unabhängigkeit von Südafrika wird am 21. März vollzogen. Namibia wird als 151 Mitglied in die Vereinten Nationen aufgenommen. Nujoma strebt eine Politik der nationalen Versöhnung („One Namibia, One Nation“) an.

1991 Mit Zustimmung von Südafrika wird die Südgrenze des Landes in die Mitte des Oranje festgesetzt. Walvis Bay soll zukünftig von beiden Staaten verwaltet werden. Namibia wird 50. Mitglied des British Commonwealth.

1992 Erste Regional- und Kommunalwahlen in Namibia: Die SWAPO ist eindeutiger Wahlsieger.

1993 Der Namib-Dollar wird als eigene Währung eingeführt und im Verhältnis 1:1 an den südafrikanischen Rand gekoppelt. Der Rand behält seine Gültigkeit im Land.

1994 Die SWAPO gewinnt die zweiten Parlamentswahlen mit einer zwei Drittel Mehrheit und erlangt somit verfassungsändernde Kompetenz. Präsident Nujoma wird in seinem Amt bestätigt. Walvis Bay wird an Namibia zurückgegeben. Das Land verfügt wieder über einen wirtschaftlich wichtigen Hochseehafen.

1995 Die erste Universität Namibias wird in Windhoek gegründet.

1998 Die Regionalwahlen werden von einer Vielzahl von Bürgern boykottiert (Wahlbeteiligung 4 - 30 %). Die zwei Drittel Mehrheit der SWAPO verfügt, dass Sam Nujoma zum dritten Mal für das Präsidentenamt kandidieren kann.

1999 Nujoma wird zum dritten Mal Präsident Namibias.

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